Dass auch der Papst am gleichen Tag in Köln war, machte die Einladung von Renniere e.V. umso spannender - hier der Bericht der Kinder, die dabei waren:
Dass auch der Papst am gleichen Tag in Köln war, machte die Einladung von Renniere e.V. umso spannender - hier der Bericht der Kinder, die dabei waren:
Unsere Wallfahrt mit der Hoppetosse
Die Hoppetosse - Eine Nussschale mit Motor.
Dieser erste Eindruck wurde aber schon sehr bald durch die 250 PS, die unter dieser "Nussschale" schlummerte, zurechtgerückt.
Sobald die Spitze der "Hoppetosse" aus den Hafenmauern am Sportmuseum in Köln um (Punkt 12 am denkwürdigen Tag unseres Herrn, dem 18.08.05) in die Freiheit ragte, schnurrte der Motor kurz auf und dann waren wir so schnell weg, dass es den Fischen vorgekommen sein muss, wie die Teilung des roten Meeres.
(Nur das wir halt nicht Moses und seine Israeliten waren.)
Um ehrlich zu sein bestand die Besatzung gerade mal aus 10 Leuten (was ja kein ganzes Volk ausmacht). Dem "Skipper", sowie 9 Leichtmatrosen, von denen 3 ihre eigentlich angeborene und deshalb vorgesehene Vorbildpostition einfach mal über Bord warfen. Im Klartext hieß das aber auch, dass sie jeden Anspruch auf Mitbestimmung abgaben. Das Resultat dieser Entscheidung war, dass die 3 Erwachsenen den Boden als Sitzplatz zugewiesen bekamen während die Hauptakteure dieses Unterfangens die vorhandenen 6 Sitzgelegenheiten einnahmen.
Der Sitzplatz der einzelnen Mannschaftsmitglieder bestimmte allerdings entscheidend den Nässegrad. So kamen die "unterdrückten Vorbilder" wesentlich schneller mit dem heiligen Wasser in Berührung, was zur allgemeinen Erheiterung beitrug. Aufgrund der herrschenden Temperaturverhältnisse - die eher an das zu Hause des Satans, als an den Himmel erinnerten - war die Belästigung durch das Eindringen des am 1. Tag geschaffenen Elements eher gering.
Um ehrlich zu sein, erschien allen eine Abkühlung als durchaus willkommen. Somit war es nicht verwunderlich, dass sich die Forderungen nach aussergewöhnlicher und kurvenreicher Fahrweise häuften.
Aufgrund dieser Tatsache war das Auftauchen eines weiteren Motorbootes eine begrüßte Abwechslung. Genaueres Hinsehen rief jedoch augenblicklich einige Bedenken bezüglich der Weiterfahrt der Hoppetosse hervor. SEK !!! Der Volksmund bezeichnet diese Institution manchmal als "Selten Erforderliche Klugscheisser", die offizielle Bezeichnung ist jedoch "Sonder - Einsatz - Kommando", was rein vom Sinn her sehr nah beieinander liegt.
Nach dem üblichen Small-Talk, begann die Protzerei: "Unser Boot hat 250 PS!" Das SEK setzte jedoch noch einen drauf: "Aber unseres hat 2 Mal 250 - ääätsch !!!" Wir waren fest entschlossen es den anderen zu zeigen, trotz der theoretisch eindeutigen Überlegenheit. Diese erwies sich in der Praxis jedoch schon sehr bald als zutreffend, da der Feind mit unfairen Mitteln (Frühstart) spielte. Ob sie wohl nicht verlieren wollten ?!
Klug, wie wir nun einmal sind, haben wir dieses "Wettrennen" - man konnte es auch als "Hinterherhinken" bezeichnen - nach ca. einer halben Minute aufgegeben.
Hier trennten sich nun unsere Wege. Während das SEK weiter munter die Fluten des Rheins hinaufschipperten, machten wir uns auf den Weg zurück zum heimischen Hafen. Auf diesem Weg schenkten wir den rund 500.000 Pilger-Schäfchen, die dort am Ufer gutmütig randalierend auf ihren Hirten Benny warteten, zum ersten mal wirklich Beachtung. Der ursprünglich eingeladene Hirte war bereits zu seinem göttlichen Chef abkommandiert worden. Sein Ersatz - "Benny" - war erst ein paar Wochen vorher zum Vorsitzenden des weltweit größten und mächtigsten Konzerns, namens "Katholische Kirche" ernannt worden. Trotz seiner mächtigen Position wird er der einzige Konzern-Vize sein, der seinen Chef nie zu Gesicht bekommt - noch nicht einmal auf der Weihnachtsfeier (aber zur Beerdigung !!!).
Nach diesem anspruchsvollen Auslauf hatte unsere Nussschale mit Motor noch nicht genug, ebenso wenig wie wir. Aber aufgrund von Terminproblemen und Zeitmangel mussten wir somit leider wieder das gelobte Land erklimmen. Nachdem unsere Abschiedsworte vom Wind fortgetragen worden waren, pilgerte jeder seinem Ursprung entgegen.
Von Sarah Kleefisch
Verfasst von Corinna Schittek
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